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Liebe Eltern..

..ihr spinnt. Ihr hinterlasst und soziale Sicherungssysteme, die mit jeder neuen Regierung noch größere Löcher bekommen, so dass man als junger Mensch nur einen Schluss ziehen kann: Da ist einfach kein Verlass drauf. Arbeitslosengeld gehört zu den Dingen, die viele von uns vor 30 sowieso nicht in nennenswerter Höhe beziehen könnten, weil die von Euch geführten Unternehmen uns mit mies oder auch gerne gleich gar nicht bezahlten Praktika, befristeten Stellen und endlosen Probezeiten verarschen. Das Geld, was da noch übrig bleibt, wandert zum guten Teil in die ständig notwendigen Umzüge, immer den “Jobs” hinterher. Die Gewerkschaften kümmern sich auch in erster Linie um die, die Arbeit und Privilegien haben (Euch) und nicht um die, die sie vermutlich nie bekommen werden (wir) - ein strategischer Fehler, so macht man sich mittelfristig selbst überflüssig.

Eine des Erwähnens werte Rente dürfen wir nicht erwarten. Von dem was uns bleibt, sollen wir also nicht nur dicke was fürs Alter zurücklegen, nein, natürlich zahlen wir mit unseren Beiträgen auch Privilegien für Euch, die wir im Leben nie in Anspruch nehmen können werden. Damit aber nicht genug - wenn Ihr mal selber auch über eines der mittlerweile zahlreichen Löcher in den Sicherungssystemen stolpert, dann sind wir auch wieder dran und dürfen Elternunterhalt an Euch zahlen - denn der Staat muss sparen, und von den Bergen an Steuern und Abgaben, die wir blechen, bleibt nicht genug übrig.

Völlig klar, das sind ideale Bedingungen, in denen man als junger Mensch gerne ein Studium beginnt, für das man sich mittlerweile ja auch verschulden darf. Auch zum Familie gründen ist dieser ständige Mix aus “kümmer’ Dich selber ‘drum”, “nein, da haben Sie leider noch keine Ansprüche erworben”, “wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass... nicht verlängert werden..” und immer wieder Ortswechseln einfach klasse. Mit dem Damoklesschwert des Elternunterhalts über dem Kopf macht auch die Familiengründung gleich noch mehr Spaß. Wie wir diesen Mist bis 67 durchhalten sollen, das darf ein Rätsel des Alltags bleiben, aber Euch ist das ja erst mal wurscht.

Eins ist aber auch klar: Wir sind weit besser als unserer Ruf. Manche von uns verzweifeln, manche wählen den Ausweg über den Babyausgang, aber die meisten von uns beißen sich da durch, haben trotzdem Spaß am Leben, und gut ist. Und so mancher tritt auch die Flucht nach vorne an und macht sich selbstständig. Wesentlich unsicherer als das, was uns der Arbeitsmarkt so bietet, ist das mittlerweile ja auch nicht mehr.

Trackbacks

truc de ouf am : Deja vu

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Vor einer Weile hatte ich ja schon mal einen mittleren Frustanfall, siehe “Liebe Eltern,... Angesichts des ”Rentenpakets" der Großen Koalition und des unlängst ergangenen Urteils des BGH zum Elternunterhalt ist es mal wieder soweit. Zur Eri

Kommentare

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Britta am :

Sehr viel Wahrheit, lieber David... da stellt sich nur die Frage nach dem Anlass über so viel Frust?

Aron am :

Stimme Britta zu. Was ist los?

David am :

Lange Geschichte... beizeiten mal persönlich. Kurzfassung: Das musste mal gesagt werden, schon länger, und sogar anlassunabhöngig ;-)

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