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Heldentaten

In der Online-Ausgabe des Magazins für Leute mit zu viel Geld (Capital) schreibt Christian Kirchner unter der Überschrift “Der trügerische Schein der Sachwerte” über Inflation, und warum sie kein Argument ist, Immobilien (oder auch Aktien) zu kaufen. Erstmal nennt er Zahlen, die glaube ich tatsächlich keiner kennt und nennt, weil sie eben nicht viel Mut machen:

[Die] realen Hauspreise [sind] in Westdeutschland seit 1990 laut Berechnungen von Deutsche Bank Research zwar nominal um ein Viertel gestiegen, real aber um 14 Prozent gesunken (im Osten um 27 Prozent). Selbst in München - dem Paradebeispiel abstruser Wertsteigerungen - haben Käufer von Bestandswohnungen seit 1990 im Schnitt real nichts verdient. 

In dem auch ansonsten durchaus lesenswerten (weil fast schon lustigen) Artikel steht dann auch seine Bewertung, warum dann trotzdem alle Welt meint, Immobilien würden ständig im Wert steigen, mindestens aber vor Inflation schützen. Das liege nämlich daran,

dass die Gewinner der letzten Jahre - Käufer von Großstadtwohnungen in 1a-Lagen - weit auskunftsfreudiger über ihre Heldentaten sind als all jene, die Fehlkäufe oder -bauten in der Peripherie verschweigen oder sich schönreden.

Schön gesagt :-) Der Artikel enthält auch noch einige andere kluge Betrachtungen zu dem Thema, u.a. meint der Herr, dass der Staat im Falle von größerer Inflation und damit real sinkenden Steuereinnahmen sich mit Sicherheit an den nominal “gewachsenen” Immobilienwerten bedienen wird - denn nichts ist einfacher zu besteuern als Grundeigentum. Womit er ebenfalls Recht haben dürfte.


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