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Wie man's auch formulieren könnte

Man liest immer und immer wieder jammervolle Artikel über die “Enteignung” des “Deutschen Sparers” durch die Niedrigzinspolitik, für die natürlich Herr Draghi alleine und persönlich verantwortlich ist. Bei mir persönlich erzeugt sowas inzwischen allergische Reaktionen: Wer für Anlagen ohne Risiko (Tagesgeld, Festgeld, Staatsanleihen der BRD) eine Rendite oberhalb der Inflationsrate als selbstverständlich und eine Art Bürgerrecht der Vermögenden erwartet, hat m.E. fundamentale ökonomische Prinzipien nicht begriffen.

Daher habe ich mir mal erlaubt, einige Überschriften zu formulieren, die ähnlich seriös oder polemisch sind wie das was mir in den letzten Jahren als SZ, Welt, FAZ, Spiegel, und LeFigaro-Leser so begegnet ist. Die Liste ließe sich ohne Weiteres ergänzen, wer weiß, vielleicht mache ich das auch noch. Et voilà, vielleicht hilft es ja dem einen oder anderen dabei, die Dinge nicht immer so ultraschwarz zu sehen und sich mal drei Millimeter aus der “Wir Deutschen, Zahlmeister & Opfer Europas” rauszubewegen (hallo AfD).

  1. EZB-Zinsplitik ermöglicht Rentenanhebung für geburtenstarke Jahrgänge (Hint: Rentenpaket der GroKo kostet ca 160 Milliarden bis 2030, die niedrigen Zinsen für den Staat haben bereits heute 120 Milliarden an Zinskosten gespart - Quelle: Bundesbank, vgl. Handelsblatt)
  2. Draghis Niedrigzins enteignet spanische, italienische und französische Sparer (Hint: niedrige Guthabenzinsen auf festverzinsliche erstklassige Papiere und die daraus resultierenden Schwierigkeiten der Renditeerzielung für Rentenprodukte sind kein spezifisch deutsches Problem)
  3. Niedrigzins: Schweizer Betriebsrenten in Gefahr (Hint: Deutsche 10-Jahres-Anleihen bringen derzeit ca 1%. Schweizerische 0,45%; vgl. Punkt 2.)
  4. Super, Mario! So kommen auch SIE zur eigenen Immobilie (Bild-Zeitung) (Hint: Einer großen Zahl von Menschen aus der Mittelschicht ermöglichen die niedrigen Immozinsen überhaupt erst den Kauf eines Eigenheims, und damit einen Vermögensaufbau in ihnen sonst de facto unmöglichem Ausmaß)
  5. Jugend aus EU-Krisenstaaten rettet deutsches Wachstum (Hint: obwohl die autochtone Bevölkerung Deutschlands immer älter wird und auch immer kleiner, wächst die Bevölkerung, zum guten Teil dank hochqualifizierter EU-Ausländer, für deren Ausbildung wir nix bezahlt haben, und die hier aber arbeiten und fleißig unsere Sozialabgaben und hohen Einkommensteuern bezahlen)

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