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Seltsame Zeiten

Einmal sehr geärgert, einmal gefreut, und zwei mal herzlich gelacht. Durchaus interessanter Tag, man darf gespannt sein, was der nächste bringt. Lang wird er auf jeden Fall, soviel ist sicher.

En Première

Zum ersten Mal in meiner ja nun schon sehr langen Geschichte als treuer und kritischer Kunde der Deutschen Bahn habe ich mir am Freitag ein Ticket der ersten Klasse für meine Fahrt von München nach Kaiserslautern geleistet. Die Strecke München-Mannheim war dabei im ICE zu absolvieren, danach mit Bimmelbahn weiter.

Erhofft hatte ich mir von der ganzen Sache, genug Platz und Ruhe zu haben, um noch auf der Fahrt arbeiten zu können. Enttäuscht war ich allerdings von der Tatsache, daß ich mit einer Bahncard 50 der zweiten Klasse auf 1.Klasse-Tickets nicht einen Cent Rabatt bekomme. Also voller Preis, stolze 125 Euro.

So viel Geld ist das definitiv nicht wert. Allerdings ist der Unterschied mit Bahncard dann schon wieder irgendwie erträglich: für die gleiche Strecke kosten 1.Klasse-Tickets mit BC 50 kanpp 60% mehr als 2.-Klasse (auch mit BC 50). Wenn man in der Zeit wenigstens die Hälfte arbeiten kann, und entspannter ankommt, dann lohnt sich das für geschäftliche Reisen sogar finanziell sehr schnell.

Im ICE ist erste Klasse auch wirklich toll: Steckdosen praktisch überall, Platz genug selbst für etwas größere Zeitgenossen, Ruhe, und man muß nichtmal zum Bistro latschen, sondern kriegt’s alles gebracht. Ich bin jedenfalls trotz Arbeiterei richtiggehend entspannt angekommen und fand die Fahrt nicht im Mindesten anstrengend. Das ist viel wert.

In den Regionalzügen dagegen ist erste Klasse in der Regel nicht wirklich von der zweiten zu unterscheiden. Leider kann man nicht 1.Klasse nur für Fernstrecken buchen, und den Rest dann 2. fahren (zumindest nicht, wenn man nicht zwei Tickets kaufen will, was ganz sicher teurer würde).

Auch doof: Tauscht man seine Bahncard um, z.B. eine 25 in eine 50, dann bekommt man den Restbetrag, den die BC noch wert ist, als Gutschein. OK. Aber den kann man nur beim Ticketkauf am Schalter nutzen - hat also immer diese Warterei, und zahlt 3,50 für ne Reservierung, anstatt 1,50 online oder am Automaten. Angeblich wird daran gearbeitet, das Problem zu beseitigen, aber nachdem es schon Jahre besteht, sehe ich da keine Hoffnung, daß es in den nächsten Tagen oder Wochen verschwindet ;)

Ohne Worte...

(obwohl ich die Version von Funny van Dannen eigentlich netter, weil melodischer, finde. Aber die gibt’s leider nicht in Tuben.)

Die Kahn bommt

Größter Spaß seit längerem: Mit Stasi 2.0-T-Shirt (knallrote Variante) in der ersten Klasse von München nach Mannheim ICE fahren ;-)

Denkanstoß der Woche

An die Universitäten sei folgender Appell gerichtet: Der Homo oeconomicus, getrimmt auf das Erreichen normierter Zielgrößen, ist nicht geeignet, eine Firma erfolgreich zu führen. Schon Henry Ford sagte: “A business that makes nothing but money is a poor kind of business.” Es gilt, angehende Führungskräfte ganzheitlich auszubilden - mit Kopf und Herz. Jungmanagern muss klar sein, dass Mitarbeiter in Firmen nicht auf 25-jährige Nadelstreifenträger warten, wenn sie noch hellgrün hinter den Ohren sind und der Belegschaft signalisieren, dass dieser die ehrenwerte Aufgabe zukommt, Steigbügelhalter für eine Businesskarriere zu spielen.

Sandra Siebenhüter in einem wirklich guten Artikel aus dem Harvard Business Manager, den der Spiegel Online ebenfalls publiziert.