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High Speed Europe

Enfin, ca y est - ich habe jetzt alle europäischen Hochgeschwindigkeitszüge durch, wenn man mal vom TGV Lyria als Geschmacksrichtung des TGV absieht. Nach ICE und TGV folgte der Thalys, und zu guter Letzt vor wenigen Tagen auch der Eurostar.

Der hat bei mir ehrlich gesagt jetzt erst mal eine Weile lang ziemlich verspielt. Im September hat’s in einem der Tunnel (es gibt zwei) gebrannt. Das haben die bis heute(!) nicht im Griff. Der Tunnel ist etwa 40 Kilometer lang, d.h. selbst im Schneckentempo dauert die Durchfahrt vielleicht 30 Minuten.

Trotzdem standen wir mit dem Zug nicht weniger als 80 Minuten vor der Röhre und konnten nicht reinfahren, weil da wohl noch irgendein Zug drinnen war. Welch Überraschung - wer den da wohl reingetan haben mag?  Außerdem sind die Tickets zu teuer (90 EUR für eine etwa 10 Tage im Voraus gebuchte One-Way-Fahrt zweiter Klasse ist zuviel) und der Komfort eine Katastrophe. Man stelle sich einen steinalten TGV mit obendrein häßlichen Farben, abgegriffenen Möbeln, und zuwenig Stauraum für Gepäck und Beine vor.

Einzig gut war, daß ich durch die Verspätung dann kostenlos ein 1.Klasse-Ticket für den Ersatz-Anschluß nach Strasbourg bekam, denn der ursprüngliche war natürlich längst weg, als wir endlich in Paris ankamen. Eurostar schenkt zwar jedem Passaiger dieser Katastrophenfahrt ein One-Way-Ticket beim nächsten Ticketkauf, aber ich habe ehrlich gesagt nicht vor, so bald wieder mit dem Ding zu fahren.

Zitat des Tages

Die Propaganda, daß Regierungshandeln grundsätzlich schlecht sei, war sehr erfolgreich in den Köpfen der Menschen. Aber sie hat unserer Gesellschaft nicht gutgetan.

-- George Soros im Interview des Spiegel 48/2008, S.77

Merci infiniment d'être venus

..so trompetete der gute Raphael Haroche bei seinem Konzert in Strasbourg am Sonntag fröhlich gefühlte hundert Mal ins Publikum. Leider hat er es trotzdem nicht so wirklich geschafft, den Funken überspringen zu lassen, und auch sein Umgang mit der Band war mir nicht so ganz sympathisch: Alle waren immer nur im Dunkeln, im Hintergrund, selbst bei einem Stück ohne Gesang, bei dem er selbst gar nicht auf der Bühne war. Die einzige anwesende Dame schien mir zusätzlich eher zu dekorativen Zwecken mißbraucht zu werden, obwohl sie ohne Zweifel auch Musik machen konnte. Nun gut, die und ihre anderen Bandkollegen sind erwachsen und müssen selber wissen, ob sie das mit sich machen lassen wollen. Sympathisch fand’ ich’s aber nicht.

Nach nicht mal zwei Stunden (inklusive einer einzigen Zugabe) hat Herr Haroche sich dann auch vom Acker gemacht. Für 45 EUR eine ziemlich arme Vorstellung des Stars.

OSOR Workshop

Zum wiederholten Male durfte ich meine Wenigkeit nun durch die Sicherheitskontrollen im Borschette Centre in Brüssel zwängen, diesmal sogar als eingeladener Referent über eines unserer Projekte (bei einem Kunden der öffentlichen Hand) beim “OSOR Municipalities Community Workshop”. In guter Gesellschaft, denn meine Geburtsstadt war dort auch durch ein bereits gut bekanntes Gesicht vertreten und präsentierte die Community-Erfahrungen, die man mit dem WollMux bisher gemacht hat.

Auch wenn der Tag ein ziemlicher Gewaltmarsch war - morgens ganz früh aus Berlin nach Brüssel, dann mit Bus in die Stadt, dann zum Bahnhof und mit dem Thalys nach Paris zum Umsteigen richtung Finalziel -, so bin ich doch sehr zufrieden. Ich hatte den Eindruck, daß der Erfahrungsaustausch in diesem Forum sehr wichtig war, und obwohl eine pan-europäische FLOSS-Community von Städten und Gemeinden sicher noch stark in den Kinderschuhen steckt, scheint mir der Fortschritt doch greifbar.

Ich selbst brauche jetzt aber auch erstmal ein schlafreiches Wochenende, und kann noch als Randnotiz vermelden, daß das WLAN im Thalys ungefähr so gut funktioniert wie das Telefonnetz in einem deutschen ICE. Sprich, nicht annähernd brauchbar, und mit 6.50 EUR für eine einsame Stunde Internet sicherlich auf lange Zeit das letzte Mal, daß ich solche Experminete starte.


Europa-Elektron

Strasbourg-München-Berlin-Brüssel-Paris-Strasbourg. Zusammen gut 2500 km - bis Sonntag abend. Uff.

Mal wieder..

..ich bin nicht wirklich überrascht. Andererseits bin ich auch der Meinung, man sollte die Bahnverbindung Stuttgart-München deutlich beschleunigen- und das darf ruhig ähnlich viel kosten, wie die fetten Autobahnen zwischen den Städten gekostet haben. Manchmal muß man eben Prioritäten setzen.