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Vorurteile

Der Spiegel schreibt über eine Studie von Prof. Astrid Kaiser, die nachzuweisen meint, dass der Vorname eines Kindes negativ beeinflussen kann, wie seine Leistungen von Grundschullehrkräften bewertet werden. Offenbar ist diese Benachteiligung bei Jungen und ihren Vornamen ein stärkeres Phänomen als bei Mädchen / weiblichen Vornamen. Es heißt dort (im Artikel) unter anderem:

Warum aber sollten die Vorurteile von Lehrern bei der Bewertung von Jungen eine Rolle spielen, bei Mädchen aber nicht?

Kaiser erklärt das unter anderem damit, dass auch die Vorurteile gegen weibliche Vornamen weniger deutlich ausgeprägt seien. In der Studie selbst heißt es etwas umständlich: "Für den tatsächlichen Nachweis der differenten Bewertung einer Textgrundlage in Abhängigkeit des Schülergeschlechts wäre eine Replikationsstudie unter cross-gendered Kriterien zwingend erforderlich." Kurz: Wir wissen es nicht, wir müssen weiter forschen.

*hüstel*. Ist vielleicht die Frage erlaubt, ob das was damit zu tun haben könnte, dass in Grundschulen zum allergrößten Teil weibliche Lehrkräfte arbeiten, d.h. weder ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis bei den Lehrkräften herrscht, noch diese aus rein vorurteilsfreien Engeln bestehen? Oder aus Engeln, die ihre Vorurteile wenigstens brav über beide Geschlechter gleich verteilen?

Zugegeben, ich habe die Studie nicht gelesen (vielleicht hat man ja in der Statistik dies bereits berücksichtigt). Aber das soetwas naheliegendes nichtmal erwähnt wird, wundert mich doch sehr. Ich gestatte mir zu unterstellen, dass diese Vermutung einen vorderen Listenplatz eingenommen hätte, wäre die Situation an der Gender-Achse gespiegelt.

Deutliche Worte...

..findet das Mittelstandswiki in seinem per RSS/Atom-Feed veröffentlichten Anreißer zu einem Artikel über Eigenkapital (auch auf der Hauptseite zu finden):

Wer flüssig ist, bekommt Darlehen, und wer kein Geld hat, bekommt auch keines anvertraut. Es ist immer so, der Teufel scheißt auf den größten Haufen, sagen die Zyniker. Andere haben Betriebswirtschaft studiert und nennen den Haufen „Eigenkapital“. Banken interessiert sehr, wie hoch er ist.

Zitat der Woche

No one’s screaming at men that they’re about as likely to start the next Facebook as I am to wake up tomorrow a dead ringer for Penelope Cruz. And I think that matters, and I think it’s worth saying again: We put a lot of pressure on men to build empires and to get rich doing it. And men process this deeply, and it can be as insidious as a young woman’s obsession with being thin. And we don’t talk about it. We don’t actively discourage men from feeling this way.

Sasha Pasulka in ihrem Blog. (Danke an Herrn R. für den Link)

Geduld

(5) Den unehelichen Kindern sind durch die Gesetzgebung die gleichen Bedingungen für ihre leibliche und seelische Entwicklung und ihre Stellung in der Gesellschaft zu schaffen wie den ehelichen Kindern

So sagt es Artikel 6 Abs. 5 des Grundgesetzes. Und lediglich sechzig Jahre später, nach mehreren Tritten in den Allerwertesten vom Verfassungsgericht (das seinerseits von höherer Stelle getreten wurde), fällt auf und wird umgesetzt, daß dafür auch Väter Rechte brauchen.

Wow. Man darf das nicht unterschätzen - 60 Jahre, das ist schnell. Geologisch gesehen.