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o2 Surf Stick unter Linux

Nach Abholung meines zuvor vorbestellten neuen Spielzeugs - einem o2 Surf Stick- habe ich inzwischen mit der Konfiguration von dem Ding unter Linux (Kubuntu 8.04) so meine Erfahrungen machen dürfen.

Kurz gefaßt erwarte ich mir von dem Ding

  • schnellere Verbindungen, weil HSDPA unterstützt wird
  • keine nennenswerte Verkürzung der Akkulaufzeit meines Laptops, weil der Stick zwar Strom braucht, ich aber auf Bluetooth verzichten kann
  • eine längere Akkulaufzeit meines ansonsten doch arg (durch Internet+Telefonie+Bluetooh) strapazierten Mobiltelefons
  • stabilere Verbindungen bzw. schnelleres Roaming zwischen GSM/UMTS sowie o2 und T-Mobile. Das Nokia E61 ist da doch arg träge und verschluckt sich nach einigen Zwangswechseln bei Zugfahrten gerne mal so sehr, daß es gar kein Netzt mehr finden mag (!)

Die Installation ist auch nicht so ganz simpel:

Erstens ist das Ding wohl ein Dual-Gerät, das sich sowohl als CD-ROM meldet (auf der dann die Treibersoftware für Windows drauf ist), als auch - im zweiten Anlauf - als Modem. Man muß dem Ding also beibiegen, daß es bitteschön “Modem” rufen soll, nicht “CD-ROM”. Außerdem muß man wohl noch diverse kruden Parameter setzen. Der Stick ist übrigens mit Huawei 169G beschriftet, meldet sich aber als

ID 12d1:1001 Huawei Technologies Co., Ltd. E620 USB Modem

Whatever. Jedenfalls kann man wie folgt erreichen, daß das Gerät als Modem erkannt wird:

  1. Einstecken
  2. Warten bis das “CD-ROM” gemountet werden kann, das Gerät aber nicht mounten
  3. rmmod usb-storage
  4. ein paar Sekunden Geduld
Danach sollten im Kernel-Log Einträge wie diese hier auftauchen:

[  170.971882] usbcore: deregistering interface driver usb-storage
[  175.474477] usb 1-1: USB disconnect, address 5
[  175.590059] usb 1-1: new full speed USB device using uhci_hcd and address 6
[  175.602764] usb 1-1: configuration #1 chosen from 1 choice
[  175.604628] option 1-1:1.0: GSM modem (1-port) converter detected
[  175.604789] usb 1-1: GSM modem (1-port) converter now attached to ttyUSB0
[  175.610870] option 1-1:1.1: GSM modem (1-port) converter detected
[  175.611017] usb 1-1: GSM modem (1-port) converter now attached to ttyUSB1
[  175.612689] option 1-1:1.2: GSM modem (1-port) converter detected
[  175.612817] usb 1-1: GSM modem (1-port) converter now attached to ttyUSB2
[  175.614894] option 1-1:1.3: GSM modem (1-port) converter detected
[  175.615031] usb 1-1: GSM modem (1-port) converter now attached to ttyUSB3

Daß das Ding mehrere Modemgeräte hat, liegt daran, daß nur eines wirklich als Modem benutzt wird (mit AT-Kommandos), während mindestens ein weiteres dazu dient, Signalstärken abzufragen, andere Netze auszuwählen etc.

Mit dem kleinen aber feinen Tool umtsmon, in der Version 0.8 (leider nicht in Ubuntu enthalten) kann man dann das Gerät steuern und nach der Einrichtung eines Profils auch sofort online gehen. Das funktioniert recht gut, auch die Stabilität selbst im Zug ist deutlich besser, obwohl das o2-Netz eben löcherig ist und bleibt.

Was leider nicht so funktioniert wie ich das gerne hätte ist das D1-Roaming: Man kann immer nur ein Netz auswählen, und wenn man in ein größeres Loch von O2 rutscht, muß man manuell eine Einbuchung in D1 vornehmen, die nur manchmal klappt - vermutlich, weil man eben im Zweifel sofort wieder herausfliegt, wenn O2 der Meinung ist, man solle sich da wo man ist doch gefälligst lieber in O2 einbuchen.

Auf meiner üblichen Sorgenstrecke München-Stuttgart und Stuttgart-Strasbourg habe ich mit dem Stick deutlich besser und stabiler Empfang, als ich das vorher mit dem Handy hatte, und mit etwas Glück (gerade in München) hat man sogar HSDPA und damit Downloadraten, die sogar mit dickeren DSL-Anschlüssen mithalten können. Stromverbrauch ist vergleichbar mit der vorherigen Bluetooth-Lösung, der Stick kostet - wie die Bluetooth+E61-Lösung vorher - ca 25% mehr Saft als ein Betrieb des Laptops ohne Netzwerk.

Im Großen und Ganzen also eine durchaus Lohnenswerte Anschaffung, die unter Linux ohne proprietäre Software funktioniert, und mir das Arbeitsleben deutlich erleichtert.

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Kommentare

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alex am :

also d.h. ich ann den O2 stick ohne probleme anschließen??? niemand kann mir weiter helfen... muss ich windows installieren oder kann ich linux weiterverwenden?

David am :

Geht. Am besten umtsmon 0.8.90 oder besser verwenden, dann kann man sich sämtliche Pirouetten sparen (wie rmmod usb-storage u.Ä.) und der Stick funktioniert so wie er soll.

Tim am :

Hallo, hab mit großem Interesse deinen Beitrag gelesen. Wie sieht es eigentlich mit dem Empfang in Strasbourg aus? Kannst du darüber was aussagen? Danke und Grüße, Tim.

David am :

Kommt drauf an wo und welches Netz. Für Telefonie reicht es etwa einen bis eineinhalb Kilometer in das Hafengebiet ‘rein, an manchen Stellen auch noch weiter (2 km), aber dann nur punktuell. Datenverbindungen gehen allerdings wirklich nur in unmittelbarer Grenznähe in guter oder wenigstens akzeptabler Qualität. Wo würdest Du denn telefoniereen oder surfen wollen?

Tim am :

Hallo, also in der Av. Forêt Noire z.B. Ist ja nicht so weit von der Grenze, aber wahrscheinlich schon zu weit weg. Was meinst Du? Ich wollte sonst mal nach Kehl in den Laden und nachfragen. Die könnten es ja wissen.

David am :

Kommt drauf an wo in der Avenue. Es könnte klappen, aber nicht zum Surfen, nur zum telefonieren. Daß die in Kehl das wissen, halte ich für eher unwahrscheinlich, aber probier’s ;-)

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