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HaSSDe nicht gesehen - SSD unter Ubuntu 13.10 mit Verschlüsselung

Seit wenigen Tagen bin ich auch stolzer Eigner eines dieser neuen Wunderdinger namens SSD, namentlich eines 840 EVO von Samsung mit 500 GB Kapazität. Zum einen, weil mit bei meinem im Laufe des Jahres angeschafften T530 von Lenovo die HDD ohne großes Nachdenken als Flaschenhals in der Performance ein absolut sicherer Kandidat war (der Laptop hat 16 GB RAM und einen i7), zum Anderen weil SSDs ja inzwischen wirklich relativ erschwinglich sind. Relativ. Die Wahl des konkreten Modells habe ich auf Empfehlung meines Haus&Hof-Dealers, der Firma notebooksbilliger.de getroffen.

Durch einen glücklichen Zufall ist die SSD auf das Byte genau so groß gewesen wie meine alte Platte (Hitachi), d.h. ich habe einfach mit einer DVD ein Ubuntu-Testsystem gebootet, meine SSD in ein externes, per USB angeschlossenes Gehäuse gesteckt, und dann mit ddrescue die komplette Platte incl MBR, Partitionstabelle etc kopiert (ddrescue --force -vv /dev/sda /dev/sdb). Der Kopiervorgang des halben Terabytes klappte ohne irgendwelche Probleme, erlaubte mir aber aufgrund seiner Dauer so einige Erkenntnisse:

  • den ersten Versuch habe ich schnell wieder abgebrochen und gerechnet: Mit USB 2.0 hätte der Kopiervorgang über vier Stunden gedauert
  • ein externes Gehäuse mit USB 3.0 reicher (und 13 EUR ärmer) dann der Zweitversuch: Flaschenhals ist dann nicht mehr der USB, sondern die Lesedatenrate der HDD. Die beginnt so in der Gegend von 100 MB/s und sinkt dann, je weiter der Schreib/Lesekopf sukzessive in Richtung Achse kommt, auf um die 60 MB/s
  • das Ganze dauert dann also doch noch gute 90 Minuten

Danach einfach SSD anstelle der HDD eingebaut, hochgefahren, fertig. Ein Unterschied wie Tag und Nacht, der Bootvorgang dauert wesentlich kürzer, der Login geht drastisch schneller, Applikationen starten weit schneller, und auch DB-Operationen die vorher mehrere Sekunden gebraucht haben, sind circa um den Faktor drei bis fünf fixer. Das alles mit aktivierter Vollverschlüsselung (OS-seitig, Ubuntu 13.10 64bit) der Platte natürlich. Fein! Die Parameter noatime & discard habe ich in /etc/fstab dann der physischen Partition noch spendiert. Mit ext4 war schon ein Dateisystem per Default verwendet worden, das wohl recht SSD-freundlich ist - kein Handlungsbedarf hier also. Schön.

Weniger super fand ich allerdings, daß ich hinterher herausfinden durfte, daß Samsung in den EVO-Modellen wohl eine Sorte Speicher verbaut, die nicht übermäßig lange halten wird. Sprach die allwissende Wikipedia:

Andere Hersteller wiederum, wie z. B. Samsung in der neuesten 840-SSD-Serie, setzen seit neustem auch auf TLC-NAND-Speicherzellen. TLC (engl. triple-level cell, dt. dreistufige Speicherzellen) hat im Vergleich zu SLC (engl. single-level cell) weitere Spannungslevel, sodass noch mehr Daten pro Speicherzelle gespeichert werden können. Aufgrund der kleineren Abstände zwischen diesen Stufen und der daraus resultierenden Schwierigkeit, diese Level stets korrekt auszulesen, ist die Lebensdauer von TLC-Speicherzellen noch mal geringer als von MLC-Speicherzellen mit gleicher Fertigung und Güte.

Hm. Samsung gibt eine dreijährige sog. “eingeschränkte Garantie”, die in diesem Punkt im Wesentlichen sagt, daß alles reibungslos funktionieren wird, wenn man die Platte bestimmungsgemäß verwendet und eine bestimmte Gesamtmenge an geschriebenen Daten nicht überschreitet. Die liest eines der mitgelieferten Tools (“Magician” oder so) per SMART aus, aber das nutzt mir nix, weil der Wert z.B. pro Tag, der im Mittel erlaubt ist, nirgends steht (außer im Code dieser Software) und es sich natürlich um ein Windows-Tool handelt. Die Rohdaten kriege ich natürlich auch per Linux, aber das reicht mir nicht, es geht ja um die Interpretation.

Google behauptet was von 40 GB/Tag, ist aber nicht klar ob sich das auf die Pro-Serie bezieht. Falls das der Wert ist, bin ich mit Sicherheit Lichtjahre davon entfernt (ich mache ja keinen Videoschnitt oder so). Trotzdem habe ich mich mental mal darauf eingerichtet, in drei Jahren eine dann aktuelle SSD zu besorgen. Und werde jetzt mal an Samsung schreiben, wie hoch der Wert ist (es wär ja super gewesen, den in der Garantieerklärung auch abzudrucken..).

Einstweilen freue ich mich jedenfalls an dem reibungslosen Umzug, der wirklich beeindruckenden Geschwindigkeit, und dem nicht mehr vorhandenen Geräuschpegel - da auch der Lüfter meines Laptops kaum je groß was tut, ist es wirklich sehr still im Büro :) Sehr eigenartig ist allerdings, daß der Stromverbrauch offenbar eher zugenommen hat, jedenfalls ist der Akku tendenziell fixer leer als vorher, was mich schon sehr wundert. Na, vielleicht finde ich das auch noch raus.



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