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Zehn Dinge

Die Euro-Krise geht, zumindest journalistisch, offenbar ins Sommerloch: Leider kann man nicht mehr jede Woche über einen Krisengipfel berichten, und seit Draghi’s OMT-Bekanntgabe ist der Spaß am kolportieren immer neuer Nachrichten über Zinsen am Anleihenmarkt wohl auch geschrumpft. Sogar “die Griechen” sparen. Daher gibt’s jetzt ein neues Lästeropfer: Frankreich.

Was man halt so weiß über unser Nachbarland, das wird dann gerne zusammengematscht zu einem Brei, den der deutsche Michel nicht goutieren mag - die 35-Stunden Woche, großzügiger Sozialstaat, hohe Jugendarbeitslosigkeit, sozialistische Regierung die gleich mal das Rentenalter gesenkt hat.

Nunja - ich lasse mal dahin gestellt, ob das alles so stimmt. Immerhin kommen Firmen wie Bosch und BMW prima mit der 35-Stunden-Woche durchs Geschäftsjahr, und unser Sozialstaat gießkännelt über hundert wirkungsarme Familienleistungen übers Land - und die Strukturreformen die wir alle so toll finden, hat eine “Linke” Regierung gemacht. Es seien aber anläßlich des mittlerweile modischen Frankreich-Bashings mal ein paar Dinge aufgezählt, die wir Deutsche von der “Grande Nation” (in Frankreich nutzt übrigens keine alte Sau mehr dieses Wort..) lernen können:

  1. Ein Schnellzug heißt Schnellzug, weil er schnell am Ziel ist - nicht weil er schnell wieder anhält. 3h30 für Paris-Montpellier (über 700 km) kein Problem - während wir Deutsche im Jahr 2012 unser “Verkehrsprojekt deutsche Einheit” immer noch nicht fertig haben und man fünfeinhalb Stunden von München nach Berlin braucht.
  2. Kinder sterben nicht, wenn man sie in eine ordentliche Krippe mit ordentlichem Personal gibt. Sie lernen Dinge, die sie daheim nicht lernen könnten, und werden - auch MIT Krippenbesuch - zu absolut gesunden, glücklichen Menschen.
  3. Eltern, insbesondere Frauen, sind keine Rabeneltern oder -mütter, wenn sie Vollzeit arbeiten. Der “Konflikt” zwischen Beruf und Kind ist kein biologischer, sondern ein sozialer.
  4. Es ist unanständig, Löhne zu zahlen von denen man nicht wenigstens seine Miete zahlen und was zu Essen kaufen kann. Deswegen ist es kein böser Sozialismus, Dirigismus, interventionismus oder sonst ein -ismus, wenn der Staat hier eingreift. Wenn’s unbedingt mit einem Wort mit “ismus” bezeichnet werden soll, dann schlage ich vor: Humanismus.
  5. 45 Minuten sind zu kurz für eine Mittagspause.
  6. 18 Uhr ist zu früh für’s Abendessen
  7. Eine Rente, von der ein Durchschnittsverdiener nicht mehr leben kann, ist keine. Merke: Selbst in unserem demographiegeplagten Land wäre mit einem schrittweisen Anheben des Beitragssatzes in Richtung 23% das Rentenniveau halbwegs haltbar. Frankreich hat ein wesentlich kleineres Demographieproblem, und einen Beitragssatz von 25% - davon lassen sich vernünftige Renten grundsätzlich durchaus finanzieren. (Merke: Das gesetzliche Renteneintrittsalter in Frankreich ist 67 (vor Sarko: 65) Jahre, NICHT 60, wie man immer wieder liest (Man kann fünf Jahre früher gehen, wenn man erhebliche Abschläge in Kauf nimmt. Also ganz ähnlich wie bei uns.))
  8. Stellt man Ehe und eingetragene Lebenspartnerschaften gleich, rechtlich wie steuerlich, löst dies nicht den Untergang des Abendlandes aus.
  9. Das Ehegattensplitting ist keine Familienförderung. Wer sich Ideen holen will, wie man ein Einkommensteuersystem familienfreundlich gestaltet, kann sich unter impots.gouv.fr  eine ganze Reihe vernünftiger Ideen abholen.
  10. Das Modell “Bürgerversicherung” für die Krankenversicherung funktioniert, und ist nicht wirklich teurer, aber wesentlich gerechter als unser “Extrawurst-für-Beamte”+“gesetzliche KV”+"alles privat"-System.
Wohlgemerkt: Frankreich hat durchaus gravierende strukturelle Probleme, und man wird sehen müssen, wie damit von der Politik umgegangen wird. Man sollte aber keinesfalls den Fehler machen, die deutsche Hartz-Soße unmodifiziert zu exportieren. Liebe Landsleute, seht Euch vor - es ist gar nicht mal so unwahrscheinlich, daß wir die Franzosen in nicht allzulanger Zeit um ihr modernes Staatswesen, ihre fantastische Infrastruktur, ihre Lebensqualität am Arbeitsplatz und im Privaten, und nicht zuletzt um ihren sozialen Frieden beneiden werden.

Hrghnnn..

Alles neu macht ja bekanntlich der Mai, und manchmal auch der November: Ich habe mir einen neuen Monitor geleistet, mit extrem hohem Augenmerk auf Ergonomie. Geworden ist es ein tolles Gerät von Samsung, mit genialer Bildqualität und 26" Größe.

Doch genau da fing er Ärger an: Für die dort verwendete Auflösung von 2560x1440 ist VGA offenbar nicht konzipiert worden, jedenfalls mag kein solches Signal aus dem VGA-Port meines Thinkpad T500 kommen, und im Internet findet man einige Leidensgenossen, denen das wohl genauso geht. Ohnehin mag der Monitor nur Digitales verdauen, DVI oder DisplayPort ist zur Wahl, und mit einem VGA-an-DVI-Adapter war kein Blumentopf zu gewinnen.

DVI kennt der T500 nicht, so blieb nur Displayport. Solche Kabel hat's hier in unserem Kaff nicht im Einzelhandel (DP an HDMI hätte's aber gegeben..), also per Internet bestellt und fast 'ne Woche drauf gewartet. Jetzt isses da, und ich stelle fest, daß der integrierte Intel-Grafikchip des T500 wohl nicht mit dem DP-Ausgang verbunden ist. Dafür braucht's schon den Radeon Mobility HD 3650 Superduperchip, der ebenfalls verbaut ist aber den ich wegen Treiberproblemen immer abgeschaltet hatte.

Tja. Nach stundenlangem Basteln am Wochenende stellt sich also heraus, daß Ubuntu 12.10 mit dem Chip leider nicht zurecht kommt, weil der proprietäre ATI-Treiber nicht mit Kernel 3.5 mag und der Open Source-Treiber für Radeon zuverlässig zu kompletten Systemhängern bereits bei Booten führt. Zudem hat das DP-Kabel beschlossen, sich im Ausgang des Laptops festzubeißen und will nicht mehr 'raus. Mit Kernel 2.6 komme ich wenigstens zu ein paar Minuten Arbeiten mit genialer Bildqualität, bevor (ich denke bei irgendeiner Lastspitze) die Maschine wieder die Grätsche macht und komplett hängt.

Erfolg sieht anders aus. Grmpf.

Bahn und Säugling

Erste große Reise mit Säugling, per Zug. Mit einer Reihe von Erkenntnissen:

  1. Wenn man vorher reserviert, und am besten erste Klasse fährt, geht das ganz gut (Familienreservierung kostet 8 EUR, egal wieviele Plätze). Eine Babyschale braucht im Großraumwagen zwei Plätze nebeneinander (auf einen kann sich dann aber ein Erwachsener grade so noch komfortabel setzen), im Abteil drei (zwei Kind, einer Erwachsener).
  2. Das Zugpersonal ist in der Regel sehr hilfsbereit, wenn's um Kinderwagen etc. geht.
  3. Mit Säugling auf dem Arm durch einen fahrenden Zug zu laufen ist eine blöde Idee, aus vielen Gründen.
  4. Die Reaktionen der Mitfahrer sind meist eine der Folgenden
    1. Komplette Indifferenz (insb. bei den Businesskaspern in der 1.Klasse ICE)
    2. schmachtende Blicke (alle Altersgruppen, Geschlecht auch egal)
    3. Freude und Freundlichkeit (manchmal garniert mit eigenen Babygeschichten) (ebenfalls alle)
    4. in ca 10% der Fälle: Kritik (oh Gott, das arme Kind) (geäußert vornehmlich von Damen >= ca. 50 Jahre)

Mein persönliches Fazit, vorläufig: Wenn man sich Verbindungen unter möglichst großzügiger Vermeidung von Umsteigerei bucht, und ausreichend Platz ausreichend früh reserviert, ist das eine sehr angenehme und entspannende Art zu reisen. Wir haben's so von Kehl nach Duisburg, von Duisburg nach Hamburg, von Hamburg nach Cuxhaven sehr entspannt geschafft, trotz Gepäck für eine Woche, Kinderwagen etc.

Unschön wird's, wenn so wie auf der Rückfahrt geschehen, sich unvorhergesehenerweise alles ändert: Anstatt Cuxhaven-Hamburg (1h45), dann 1h10 Zeit in Hamburg (zum Mittagessen und Umsteigen), dann per ICE durchfahren und am Ende noch S-Bahn mit genügend Umsteigezeit hatten wir:

  1. Außerplanmäßig Schienenersatzverkehr mit einem Bus zwischen Cuxhaven und $Kaff. Natürlich kam der Bus, weil kurzfristiger Zugausfall wegen offenbar völlig überraschenden Bauarbeiten (ähem) deutlich zu spät, war hoffnungslos überfüllt, und leider auch ein Reisebus (d.h. kein Platz für Kinderwagen)
  2. 40 Minuten Verspätung in dem Zug ab $Kaff nach Hamburg. Und weg war sie, die Stunde die wir eigentlich zum entspannt Umsteigen und Mittagessen nehmen wollten
  3. Spontane Entscheidung des Personals, daß der Zug nicht wie geplant bis Hamburg fährt, sondern bereits in Hamburg-Harburg endet.
  4. Verspätung aller Züge, die wir zum rechtzeitigen Weiterfahren nach Hamburg Hbf (zu unserem ICE) gebraucht hätten.
  5. Daher sind wir in Harburg einfach in einen anderen ICE gestiegen, haben die 1:20h bis Hannover im Bordrestaurant gegessen, und sind dann in Hannover umgestiegen, wo aber natürlich
  6. die Türen unseres Waggons nicht gingen
  7. unsere Platzreservierung im Abteil anstatt wie von mir beim telefonischen reservieren erbeten im Großraum im Abteil war (d.h. ein Platz zu wenig - hat aber dank netter Mitfahrer kein Problem ergeben)
  8. die S-Bahn in Mannheim war dann natürlich knallevoll. Die Leute hätten gerne Platz gemacht, aber vor lauter Hunden, Koffern, Fahrrädern etc. war da wenig Marge. Nun, reingepaßt haben wir trotzdem - irgendwie.
Auch das geht, man kommt an, und am Ende waren wir nicht mal später in St Leon Rot als geplant. Aber halt mit vier mal sehr stressigem Umsteigen anstatt wie geplant zwei Mal entspannt. Was eigentlich eine sehr angenehme Fahrt hätte sein können ist dann doch recht nervenzehrend gewesen. Vermutlich aber auch nicht schlimmer als ein quengelndes Baby auf der Autobahn in einem Stau, der einen dann noch später ankommen läßt, mit übergelaufener Windel etc. pp.


Deutsche Logik

Die Deutsche Rentenversicherung Bund schenkt Eltern insgesamt drei (!) Beitragsjahre, während derer der Staat für einen Beiträge in die Rente einzahlt, als ob man erwerbstätig gewesen wäre und 2700 EUR (Durchschnittsgehalt der rentenversicherungspflichtigen Arbeitnehmer). Arbeitet man parallel, zahlt der Staat trotzdem (z.B. wenn man brutto 1000 erarbeitet wird eingezahlt als ob man 3700 brutto verdient hätte) - bis zur Beitragsbemesungsgrenze natürlich.

Grundsätzlich eine gute Sache also. Natürlich gibt's ein ABER:

  1. Die Rentenversicherung schreibt gleich mal nur die Mutter an. Der Vater erfährt von seinem Glück nix, und auch nichts von seinem Anrecht auf dieses Staatsgeschenk
  2. Man kann diese Zeiten aufteilen, wenn das Kind von mehreren Leuten erzogen wird bzw. von anderen als z.B. der Mutter. ABER:

Das geht natürlich nur auf Antrag, in dem man für die drei Jahre jeweils monatsgenau angeben kann, wer das Kind hauptsächlich erzogen hat - selbst wenn man das in praxi gemeinsam und in gleichem Umfang tut. Als z.B. Januar: Vater, Februar: Mutter, März: Vater, etc. - das geht. Januar bis März: Beide (also so, wie's wirklich ist) - das geht nicht.

Warum denn einfach, wenn's auch kompliziert geht, denkt man(n) sich da. Zumal die gleiche verkorkste Logik auch beim Elterngeld greift, das Eltern ja eigentlich über das erste Lebensjahr des Kindes finanziell helfen soll, bis es in eine Kita gehen kann. Das geht aber auch da nur, wenn einer daheim bleibt (Mama) und es gibt noch ein Goodie (2 Extramonate) wenn der zweite (Papa) auch mal frei nimmt. Wehe, beide gehen in Teilzeit arbeiten und kümmern sich auch beide um das Kind - dann zählt jeder Monat doppelt (sind ja zwei Bezieher), und man kommt anstatt bis zum 14. Lebensmonat des Kindes (was komfortabel reicht, um es ab einem Jahr in eine Kita gehen zu lassen) nur bis zum siebten.

Merke: Das mit dem "gemeinsam und partnerschaftlich", das muß die Gesellschaft (bzw. Vater Staat) erst noch lernen. Vielleicht hat er's ja begriffen, bis unser Sohnemann selber mal Kinder hat.


Neugeborene Hämmorrhoiden

Die Geburtshilfestationen in Kehl und in Oberkirch sollen dichtgemacht und in Achern zentralisiert werden. Darüber berichtet ausführlich die Kehler Zeitung, hier und hier. Und hier.

Ich habe mich zu einem Leserbrief bewegt gefühlt, den ich mir ebenfalls erlaube, hier zu bloggen.


Als in Kehl wohnender gebürtiger Münchner und werdender Vater erfüllt mich die Debatte um die Schließung der Kehler Geburtshilfestation mit mittelgroßem Entsetzen: Ich wünsche mir bei aller Liebe zur Budgetdisziplin, daß man dennoch erkennt, daß es staatliche Aufgaben gibt, die eben zumindest in kurzer und mittlerer Frist defizitär sind, und das dies eben nicht heißt, daß man diese einstellen muss. Die Zurverfügungstellung einer ortsnahen Geburtshilfestation gehört definitiv dazu. Daß neue proktologische Behandlungsangebote am Klinikum mehr Geld in die Kasse spülen mag sein, aber die Freude darüber mag bei mir so recht nicht aufkommen. Ich habe hier wie so oft das Gefühl man denkt in unserem Land etwas zu häufig und intensiv an Ältere, und vergißt darüber regelmäßig, daß man allen Generationen gerecht werden muß.

Traurig auch die Unkenntnis des sonst doch in Europafragen recht fitten Kehler OBs: Selbstverständlich hat auch ein in Kehl geborenes Kind eines französischen Elternteils automatisch die französische Staatsbürgerschaft - ein einfacher Blick auf die Website von infobest.eu hätte genügt. So ist es übrigens auch bei unserem Kind, mit einem deutschen Vater und einer französischen Mutter, das in Kehl als vielleicht einer der letzten gebürtigen Kehler diesen Sommer auf die Welt kommen wird.

Die Kehler Klinik liegt näher an den allermeisten der gerade in Straßburg neu entstehenden 18 000 Wohneinheiten als die dortigen Kliniken, und eine Steigerung der Geburtenzahl in Kehl ist daher definitiv zu erwarten. DAs Interesse aus Frankreich darf man nicht an der Zahl der in Kehl entbindenden Französinnen messen - auf den Infoabenden der Kehler Hebammen finden sich regelmäßig deutsche Frauen mit französischen Partnern, die in Straßburg wohnen aber in ihrem Heimatland entbinden möchten. Zudem darf man nicht vergessen: Es werden in den neuen Straßburger Vierteln mehr Menschen wohnen, als derzeit in der gesamten Kehler Kernstadt.

Sollte sich die Kehler Station trotz aller Proteste nicht halten lassen, so sollte man dringend prüfen, ob man nicht das Personal in einer bestehenden, grenznahen Straßburger Klinik besser unterbringen kann (und auch den erlernten Hebammenberuf weiter ausüben lassen könnte), anstatt die werdenden Eltern über die B28 zu scheuchen und die Kehler Fachkräfte als Hilfspersonal über die Ortenau zu verteilen. Eine grenzüberschreitende Kooperation der Rettungsdienste ist dafür auch erforderlich, damit einen in Kehl im Zweifel auch ein deutscher Kankenwagen in die nahe Straßburger Geburtshilfe bringen kann. Nota bene: nicht jeder hat ein Auto - ich selbst besitze z.B. keines.

Francois, we have a problem

Es ist ja nicht so, als hätte's noch keiner vorhergesagt: Frankreichs Häusermarkt geht baden. Und in Ergänzung (=Verschärfung) dessen was ich im Dezember 2010 schrieb (vgl. Da Friggit' tunnel, man) hat die Regierung zwischenzeitlich noch einige Gesetze verabschiedet, die den Markt deutlich gebremst haben (wesentlich höhere Besteuerungen von Gewinnen beim Verkauf, Verringerung von verbilligten Krediten wie dem Pret a Taux Zero) - zudem ist die Arbeitslosigkeit heute noch höher als damals.

Das derzeitige Preisniveau hat auch die Käuferschichten erheblich eingeschränkt, junge Leute z.B. können derzeit kaum mehr kaufen und sind daher vom Markt weitgehend verschwunden (vgl. Le Figaro vom April 2012 - L'immobillier est devenu inaccessible aux plus jeunes.)

Ich hoffe weiterhin, daß ich mich geirrt habe, aber so arg danach aussehen mag es irgendwie nicht.

Gezwitscher

Spiele jetz auch mal mit dem kleinen blauen Vögelchen. Wer mag: chuispasla

Update: Oder rechts in der Seitenleiste mal gucken.

Betreuungsgeld-Vergleiche

  • wie eine Prämie für Leute die nicht ins Museum gehen
  • als würde die eigene Firma das Kantinenessen subventionieren, aber wer nicht hingeht, bekommt auch zwei Euro pro Mahlzeit

..und viele Weitere. Mitten in einer riesigen Schulden- und Finanzkrise will der Staat eine neue Subvention für mehr als eine Milliarde Euro pro Jahr einführen, damit Menschen Infrastruktur nicht nutzen, deren Ausbau er gerade mit 26 Milliarden Subventionen ermöglicht hat.Bekommen soll die Kohle nicht etwa jeder, der seine Kinder selbst betreut (so wird das ja gerne verkauft) sondern wer seine Kinder nicht in die gerade mit teuer Geld aufgebauten Kitas schickt. Au Pair, Großeltern, Tagesmutter ist OK, aber bloß ja keine Kita. Ach ja, ist man grade arbeitslos, gibt's natürlich auch nichts bzw. weniger, falls man das schon länger ist, oder vorher blöderweise schlecht verdient hat und dummerweise sein ALG I mit II aufstocken muss.

Only in Germany.

Vorschlag zur Güte

Diese fantastische Idee namens Betreuungsgeld ist, m.E. völlig zurecht, außerordentlich umstritten. Wie wäre es daher mal mit folgender Variante:

Das Geld wird eingeführt, und zwar genau wie folgt: Jede(r), der/die eigene Kinder >= 1 und <=3 Jahre selbst (!), d.h. nicht per Großeltern, Au-Pair, oder Tagesmutter, betreut, bekommt die Kohle, unter folgenden Bedingungen:

  1. er/sie macht parallel eine Ausbildung zur Tagesmutter und schließt diese auch erfolgreich ab
  2. er/sie arbeitet danach mindestens 1 Jahr als Tagesmutter und betreut neben dem eigenen auch noch mindestens ein fremdes Kund gegen Entgelt (Höhe egal)
So hätte die Allgemeinheit auch noch was davon, man kann (wenn man denn unbedingt will) das daheim-selber-betreuuen-Modell fördern, aber ohne zwangsläufigen negativem Effekt auf weibliche Erwerbstätigkeit.

Was es doch...

..für einen gigantischen Unterschied macht, wenn man anstatt alter Möbel mit eher sperrmüllartiger Qualität plötzlich eine nach eigenen Bedürfnissen geplante und lange erwartete Einbauküche da stehen hat! Endlich Platz zum Arbeiten, eine Arbeitshöhe mit der auch ich ohne Rückenprobleme zurecht komme, genug Platz zum Spülen, und Schubladen, die weder 'rausfallen noch nur mit viel Kraft geöffnet werden können. Plus ein Induktionskochfeld - wenn man mal länger Gas hatte, dann lange notgedrungen ganz normalen E-Herd, und jetzt plötzlich Induktion, dann geht einem echt das Herz auf ;-) Ein Griff - heiß, ein weiterer - kalt, und z.B. ein halber Liter kaltes Wasser ist nach nicht mal einer Minute am Kochen - schneller als mit dem Wasserkocher!

Schaue und staune

Man nehme: Einen renditestarken, aber konservativen Riester-Tarif lt. Stiftung Warentest, z.B. die klassische Riester-Rente der Cosmosdirekt. Dann rechne man aus, was z.B eine 30jährige Frau mit 67 an garantierter (!) Rente bekommt, wenn sie ab sofort jeden Monat 100 EUR einzahlt. Resultat: 219,75 EUR, also nominal und auf den Monat bezogen das 2.2fache der Einzahlung.

Jetzt vergleiche man, was die gleiche Person bekommt, wenn sie in die gesetzliche Rente blecht. Resultat: für 20% vom Brutto (das ist in etwa der Beitragssatz) erwartet einen eine Rente von 43% des durchschnittlichen beitragspflichtigen Bruttos. Also ein Faktor von 43/20=~2,2 * die Einzahlung, wiederum auf den Monat bezogen.

Oha.

Der Vergleich hinkt natürlich, an folgenden Stellen: Zahlt man brav 45 Jahre in den Riester ein anstatt die 37 aus meinem Beispiel (so lange muß man in die gesetzliche blechen, um auf die 43% zu kommen), ist der Faktor für den Riester angenehmer. ABER, auch die gesetzliche Rente ist de facto gut 8 Prozent höher, weil sie nämlich den Arbeitgeberanteil der Krankenversicherung beinhaltet.

Bei allem Unken über sie - die Rendite der gesetzlichen ist wirklich nicht berauschend - finde ich die oh so großartige private vorsorge im Lichte dieser Zahlen weit weniger spektakulär als man gemeint haben möge. Natürlich, die Rendite des Einzelnen ist toller als hier berechnet, weil die Eigenbeiträge (hier: die 100 EUR) durch die staatliche Zuzahlung gemindert würden und so ein angenehmeres Verhältnis von individueller Einzahlung und Resultat entstünde. Volkswirtschaftlich ist das aber wurscht, der Staat könnte die Kohle die er zuschießt ja auch in die gesetzliche Rente buttern.

Quantensprung

Gerade neuen Speicher in mein Lenovo T500 eingebaut - nach langem Suchen, ob der das überhaupt verträgt (manchereiner behauptet im Netz, bei 4 GB sei Schluß). Jetzt hat er acht, das ist lt. Verkäufer das Maximum, was der Hersteller für dieses Gerät angibt, und mein Ubuntu kommt damit auch prächtig zurecht (Windows will ja m.W. nicht immer).

Welch ein Hochgenuß! Firefox mit X Tabs, ein Thunderbird mit großem Postfach, LibreOffice, eine VirtualBox, und eclipse sowie diverse Dienste wie apache2 und MySQL. Alles gleichzeitig und schööööön fix. Und trotzdem ist jetzt noch reichlich Platz, auch für den Cache, so daß dieses ewige Plattengerödel von vorher jetzt ausfällt:

guembel@apfel:~$ free -m
             total       used       free     shared    buffers     cached
Mem:          7898       7357        540          0        152       4035
-/+ buffers/cache:       3169       4728
Swap:         3987          0       3987

Das Ganze hat übrigens, mit Kingston-RAM und Versand, grad mal 50 EUR gekostet. Wenns doch immer so einfach wär!-)

Zitat des Tages

"Spare in der Zeit, dann hast Du in der Not", sagt der Volksmund. Aber was ist, wenn man in der Not sparen muß? Hat man dann irgendwann keine Zeit mehr?
--Süddeutsche Zeitung heute, S.26 unten ("Athen ist nicht Weimar")

Klein, aber oho

..nach Unzufriedenheit mit der Schaumgenerierung meiner Jura einfach den kleinen Stopfen oben ausgetauscht - sauteuer (6 EUR für 1.5 cm Plastik/Gummi), aber na gut. 

Effekt: Genial. Plötzlich ist der Schaum wieder wie er sein soll, und der Cappuccino schmeckt gleich viel besser :-)