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Der Beweis..

..dass das nicht nur die Deutsche Bahn hinbekommt: Der TGV aus Paris nach München hat in Strasbourg je nach Windrichtung, Mondstand, und betrachtetem Display gerade zwischen 20 und 50 Minuten Verspätung. Grund: “Conditions climatiques exeptionelles”. Wer konnte auch mit Schnee rechnen - um die Jahreszeit! Die SNCF kann es offenbar nicht.

Macht nix. Er fährt dann mit genau 45 Minuten Verspätung in Strasbourg ab. Der Zug fährt genau andersrum ein als angezeigt, d.h. alle Leute rennen in gegenläufige Richtungen den Zug entlang, um schnell zu ihrem Waggon zu kommen. Dabei hilft sehr, dass der zumindest an den für mich potenziell in Frage kommenden gar nicht angezeigt wird - Anzeige ausgefallen. Mut macht auch eine gesplitterte Scheibe an einem Platz der ersten Klasse, mit Quadratmetergroßen “SNCF”-Aufklebern verstärkt an der Karosserie angepappt. Der Mut wird weiter ausgebaut, als ich feststellen darf, dass in meinem Waggon die Heizung ausgefallen ist und alle in Wintermantel in ziemlich miefiger Luft sitzen.

Mal sehen, wieviel Euronen ich dann kulanterweise erstattet bekomme :-) Und eine gute Nachricht gibts (naja, zwei): Im Nachbarwaggon gibt’s noch Platz und Heizung. Und: die Steckdosen funktionieren. Was will man mehr.

Update: Ich weiß es! Ein aufgedrehtes Kleinkind weniger im Waggon. Nuja.

Liebe Eltern..

..ihr spinnt. Ihr hinterlasst und soziale Sicherungssysteme, die mit jeder neuen Regierung noch größere Löcher bekommen, so dass man als junger Mensch nur einen Schluss ziehen kann: Da ist einfach kein Verlass drauf. Arbeitslosengeld gehört zu den Dingen, die viele von uns vor 30 sowieso nicht in nennenswerter Höhe beziehen könnten, weil die von Euch geführten Unternehmen uns mit mies oder auch gerne gleich gar nicht bezahlten Praktika, befristeten Stellen und endlosen Probezeiten verarschen. Das Geld, was da noch übrig bleibt, wandert zum guten Teil in die ständig notwendigen Umzüge, immer den “Jobs” hinterher. Die Gewerkschaften kümmern sich auch in erster Linie um die, die Arbeit und Privilegien haben (Euch) und nicht um die, die sie vermutlich nie bekommen werden (wir) - ein strategischer Fehler, so macht man sich mittelfristig selbst überflüssig.

Eine des Erwähnens werte Rente dürfen wir nicht erwarten. Von dem was uns bleibt, sollen wir also nicht nur dicke was fürs Alter zurücklegen, nein, natürlich zahlen wir mit unseren Beiträgen auch Privilegien für Euch, die wir im Leben nie in Anspruch nehmen können werden. Damit aber nicht genug - wenn Ihr mal selber auch über eines der mittlerweile zahlreichen Löcher in den Sicherungssystemen stolpert, dann sind wir auch wieder dran und dürfen Elternunterhalt an Euch zahlen - denn der Staat muss sparen, und von den Bergen an Steuern und Abgaben, die wir blechen, bleibt nicht genug übrig.

Völlig klar, das sind ideale Bedingungen, in denen man als junger Mensch gerne ein Studium beginnt, für das man sich mittlerweile ja auch verschulden darf. Auch zum Familie gründen ist dieser ständige Mix aus “kümmer’ Dich selber ‘drum”, “nein, da haben Sie leider noch keine Ansprüche erworben”, “wir bedauern, Ihnen mitteilen zu müssen, dass... nicht verlängert werden..” und immer wieder Ortswechseln einfach klasse. Mit dem Damoklesschwert des Elternunterhalts über dem Kopf macht auch die Familiengründung gleich noch mehr Spaß. Wie wir diesen Mist bis 67 durchhalten sollen, das darf ein Rätsel des Alltags bleiben, aber Euch ist das ja erst mal wurscht.

Eins ist aber auch klar: Wir sind weit besser als unserer Ruf. Manche von uns verzweifeln, manche wählen den Ausweg über den Babyausgang, aber die meisten von uns beißen sich da durch, haben trotzdem Spaß am Leben, und gut ist. Und so mancher tritt auch die Flucht nach vorne an und macht sich selbstständig. Wesentlich unsicherer als das, was uns der Arbeitsmarkt so bietet, ist das mittlerweile ja auch nicht mehr.

Menschen

Manche Menschen sind wie Atomkraftwerke: Man wird vermutlich nie zur Gänze begreifen, was genau in ihnen vorgeht. Das ist aber auch gar nicht notwendig um zu wissen, dass man sie nicht dauerhaft in seiner Nähe haben sollte oder will.

Kalk

Gestern: Codekarte und Hotelschlüssel verloren (Codekarte aber wiedergefunden, hat Kollege versehentlich eingesteckt). Heute: Handy im Hotel vergessen (per Sprint mit Gepäck aber sowohl Handy als auch Zug erreicht).

Für den Rest von heute und die weitere Zukunft hoffe ich auf nachhaltige Besserung.

Kirche im Dorf

Euro-Kurs in USD, letzte 10 Jahre. Quelle: wolfram alpha

Wenn man sich über ach so kurzfristig denkende Spekulanten und Märkte aufregt, macht es vielleicht Sinn, mal selber ein wenig langfristiger auf die Dinge zu sehen. Wo genau nochmal ist jetzt hier der schröööckliche Werteverfall? Tiefster Stand seit 2008 - ja und? Die meiste Zeit seines Bestehens war der Euro ungefähr genauso viel wie jetzt, ja sogar lange Jahre deutlich weniger wert. Ist auch keiner dran gestorben, und der jetzige “Wertverfall” verbilligt deutsche Exporte (Wachstum! Wachstum!) sowie ausländische Direktinvestitionen.

Meiomei, liebe Leute. Das Abendland geht diese Woche - mal wieder - nicht unter. Und nächste auch nicht.

Ähem

Als erklärter Fan von Stuttgart 21 bin ich über einen Nebeneffekt des Beginns der Bauarbeiten im Februar diesen Jahres allerdings leider gar nicht arg begeistert: Der ICE hält jetzt (zumindest manche) nicht mehr in Ulm, sondern fährt über irgendwelche Bummelstrecken drumherum. 

Effekt: Die bereits grausam lange Fahrzeit Stuttgart-München (um die 2h24 vorher) ist jetzt noch länger: 2h52. Es gibt also keinen Weg mehr, um morgens früh aus Strasbourg wegfahrend halbwegs effizient vor 12h in München zu sein.

Aua.

Schlechte Manieren der Woche...

In Besprechungen auftauchen, zu denen man weder eingeladen wurde noch irgendeinen fachlichen Beitrag leisten kann.(Alternativ: sitzenbleiben, d.h. einfach aus dem Vor-Meeting nicht rausgehen, wenn das neue beginnt). Dann Fundamentalopposition zu Dingen üben, die einen nicht betreffen (aber mit extrem viel Phantasie potenziell möglicherweise irgendwann irgendwie tangieren könnten). Gerne auch: Gegen Entscheidungen opponieren, die man selbst vor zwei Wochen (als man ebenfalls ungeladen auftauchte) selbst mit getroffen hat.

Ich mache jetzt zwei Dinge (denn das ist nicht das erste Mal, daß sowas in dem Laden passier). Nein, drei:

  1. Die Meetings werden nicht nur personell, sondern auch zeitlich und räumlich getrennt
  2. ich mache ein paar Tage Urlaub, damit mir beim nächsten Mal nicht wieder (annähernd) der Kragen platzt. (Der dicke Hals war mir leider ziemlich sicher deutlich anzumerken.)
  3. Wenn noch einmal jemand auftaucht oder sitzenbleibt, der nicht eingeladen war, werde ich die betreffende Person höchstpersönlich des Raumes verweisen. 

Falls mir das alles irgendwann zuviel werden sollte ist’s auch kein Beinbruch - ich finde problemlos einen Job. Kleinkindbetreuungspersonal ist ja derzeit sehr gefragt.

Man fragt sich schon..

..wann Berlin wohl wieder einen eingermaßen reibungslos funktionierenden S-Bahn-Verkehr haben wird..? Ich hoffe, vor meinem Renteneintritt. (Wobei ich weitere Erhöhungen des Renteneintrittsalters als unlautere Wettbewerbsverzerrung vor die WHO zu bringen gedenke.)

In inniger Freundschaft verbunden

Unworte und -sätze des heutigen Tages:

“Oui, Monsieur, mais en France, c’est comme ca” plus “Oui, Monsieur, mais en France j’ai le droit de refuser...”, plus “Oui, Monsieur, mais en France, on est obligé de (insert Schwachsinn here)”.

Krönung dann noch durch “Oui, mais ca ne vous concerne pas” (gemeint war wohl eher “Geh weg, Du blöder Ausländer”) bei jeder freundlichen Verständnisfrage zu dem Sachverhalt.

Ich mag ja dumm aussehen, aber so blöde, daß ich glaube, daß man in Frankreich  nur Packungsgrößen für maximal 28 Tage verordnet und verkauft, und die Kranken eben alle vier Wochen zum Arzt und dann zur Apotheke schickt (wegen neuem Rezept und Abholung der nächsten, neu verordneten Schachtel) bin ich dann doch nicht. Zumal ich das Gegenteil schon mehrfach live erlebt habe.

Update: Des Rätsels Lösung lautet wie folgt: In .fr gibt es “Dauerrezepte”, die z.B. ein Jahr gelten. Mit denen geht man dann z.B. alle 1, 2, oder auch 3 Monate (je nach verschriebenem Präparat) zur Apotheke und holt sich die nächste Packung. Man muß NICHT (wie von dem Menschen behauptet) jedes Mal zum Arzt gehen. Das finde ich eigentlich eine ganz vernünftige Lösung. 

Super

Nach einem eher mitteltollen Wochenende grade den tollsten Wochenstart seit langem hinter mich gebracht: Im TGV sitzend bei meinem Frühstück fällt zwischendrin mein Schal von oben runter und schüttet mir meinen gesamten Kaffeebecher in den Schoß. Wo ich - um Platz auf dem Mini-Tisch zu haben - meinen Laptop liegen hatte.

Der hat’s Gott sei Dank überlebt, aber Hemd, Hose, Sakko und Krawatte sind großflächig kaffeegebadet. Gut, daß ich nur den einen Anzug dabei habe und heute abend eine wichtige Präsentation.

Naja. Kann ja nur noch besser werden - auch wenn ich da im Moment nicht sehr hoffnungsfroh bin.

Update: Es wurde besser: In der S-Bahn zum Büro dann kontrolliert worden, und eine lange Debatte mit den Kontrolleuren gehabt, ob mein Ticket Stras-MUC via Hulb gültig ist oder nicht, da Hulb da zwar bei der Reiseverbindung auftaucht, nicht aber auf dem oberen Abschnitt des Tickets (ich vermute, weil’s kein Fernbahnhof ist und ich ‘nen Auslandsfahrschein habe). Debatte konnte erst für mich entschieden werden, nachdem ich den Buchungsvorgang auf meinem kaffeeduftenden Laptop vorgeführt hatte. Ich freu’ mich auf die Rückfahrt.

Unsitte des Monats

Bei Meetings oder Präsentationen die ganze Zeit hektisch auf dem Laptop (neuerdings: Netbook) Mails tippen, anstatt zuzuhören. 

Am besten noch ergänzt durch:

  • Wutanfälle im Nachgang wegen Mißverständnissen, die es nie gegeben hätte, wenn man anstatt Mails zu tippen einfach zugehört hätte
  • drei Viertel dessen, was man - nur halb hinhörend - verbindlich zugesagt hatte, wieder vergessen und sich hinterher empören, daß die somit liegengebliebene Arbeit nun eilig ist

Für böld verkauft

Wie vera...t man als Politiker das Volk? Mal ein Beispiel aus unserem westlichen Nachbarland

1. man schlägt auf europäischer Ebene Krach, daß man wegen der Krise unbedingt die Mehrwertsteuer im Gaststättengewerbe auf den ermäßigten Satz (also von 19,6% auf 5,5%) senken will

2. man setzt sich damit durch und erklärt den Leuten, das schaffe 30000 Arbeitsplätze und stärke die Kaufkraft. Daß die Preise für den Endverbraucher dadurch aber nicht wirklich sinken, nimmt man in Kauf - kein Gastwirt läßt wegen den paar Cent neue Karten drucken (inzwischen auch empirisch bestätigt, aber zur Reformzeit m.E. absolut vorhersehbar)

3. man verschweige den Leuten, daß durch die Änderung nicht mehr direkt abzuführende Mehrwertsteuer ceteris paribus zu um den gleichen Betrag höherem Gewinn führt. Der wird in .fr mit 30 Prozent besteuert.

Genial, hm? 


Anfahrt

Dank Lufthansa-AGBs ist mein Flug leider verfallen, und so mußte ich die Anfahrt zum Kunden per Zug antreten. Mehr als neun Stunden reine Zugfahrzeit, mehr als die Hälfte davon in einem Corail mit für Zwerge gebaute Sitze (Nackenlehne beginnt und endet bei mir an den Schulterblättern..), und knapp 4h Wartezeit vor dem Umsteigen. Hm.

Naja. Wenigstens muß ich das so schnell nicht nochmal machen, und die 4h-Heimfahrten, die ich sonst so habe, kommen mir jetzt bestimmt schön kurz vor ;)

Doof

Am Sonntag wird Berlin abstimmen, über den Volksentscheid “Pro Reli” versus "nur Ethik als Fach für alle. Ich hab brav sofort Briefwahl beantragt, weil ich wußte, daß ich sn genau diesem Sonntag nicht in Berlin wählen gehen kann.

Nachdem bis heute meine Briefwahlunterlagen nicht angekommen sind, war’s das wohl für mich mit der Wahrnehmung meiner demokratischen Rechte und Pflichten. Ich find’s scheiße, und habe La Poste in Verdacht (wäre nicht das erste, und auch nicht das zweite Mal, daß die was verschlampen...)